Moses und Aaron

Die Oper von Arnold Schönberg begleitet mich schon lange. Vor fünf Jahren konnte ich mit ihr an der Staatsoper Wien meinen „Schönberg-Tag“ beschliessen; er folgte auf einen „Freud-Tag“, von der damaligen Jubiläumsausstellung „Die Couch“ geprägt. Es war Pfingsten 2006, wenige Wochen bevor ich im Sommer für einige Zeit nach Jerusalem und dann in die USA aufbrach. Und nun ist sie wieder da, die Oper, Moses und Aaron. Wieder wird Pfingsten, wieder breche ich auf nach Jerusalem, langsamer zwar, aber nicht unentschlossener. Begeistert hatte ich die Besprechung der Operninszenierung in der NZZ gelesen und am Sonntag abend, zusammen mit Tobias Karcher, die Zürcher Oper besucht. Es war ein Abschiedsabend und zugleich auch ein Aufbruch: Wir nehmen den Landweg, doch es ist Gang über das Wasser, sagt Hildegard – oder vielmehr durch die Wüste? Ob Wasser oder Wüste, der Weg aus der Sklaverei in die Freiheit ist beschwerlich, ohne Gottes Führung nicht zu gehen. Das goldene Kalb wird auflauern wie ein golden eingepackter Schokoladen-Osterhase, und Aaron in uns wird versuchen, Kompromisse zu schliessen. Da hilft es nur, wie Mose, die Hände zu erheben und zu bitten, dass die reine Absicht keine Täuschung sei. Oder ist dies vermessen?

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2 Antworten auf Moses und Aaron

  1. Liebe Esther, liebe Hildegard, lieber Franz, lieber Christian!

    Euer Pilgerweg wird euch auch ein Stück durch Österreich führen, weder Wasser noch Wüste, sondern die Heimat von Franz, meinem Mann Robert und mir. Da werden wir beide uns einen Tag lang eurem Gehen anschließen. Das ist schon aufregend genug. Wie viel aufgeregter wird euch zumute sein!
    Wir schließen uns natürlich allen Segenswünschen und –gebeten an, und sei es nur, um beizutragen, dass „Moses’ Hände“ erhoben bleiben.
    Als Motto für euren Aufbruch auf dieses besondere Stück eures Lebenswegs sei aus Hölderlins Gedicht „Lebenslauf“ zitiert,
    (Ignatius könnte es nur wenig besser gesagt haben):


    Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen,
    dass er, kräftig genährt, danken für alles lern’,
    und verstehe die Freiheit,
    aufzubrechen, wohin er will.

    In diesem Sinne wünschen wir euch
    die gesegnete Erwartung
    eures nun stündlich näher kommenden Aufbruchs!

    Herzlich
    Monika und Robert

  2. Pingback: Der Pilger ist zurück – ein Interview | Zu Fuss nach Jerusalem

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